Selbsthilfe Rhede

 


Aktuelles

29.06.2022

Die Ruhrnachrichten und die Pfarrei St. Sixtus in Haltern am See berichten über eine Podiumsdiskussion, die am vergangenen Freitag in der Marienkirche unter dem Titel "Wer das Schweigen bricht, bricht die Macht der Täter" stattgefunden hat.
Auf dem Podium waren Pfarrer Ostholthoff  als zuständiger Pfarrer, Frau Dr. Christane Florin als Journalistin, Herr Peter Frings als Vertreter des Bistums und Antonius Kock als Vertreter der Missbrauchsbetroffenen.
Thema war die aktuelle Missbrauchsstudie, die notwendigen Konsequenzen daraus und die Perspektiven für die künftige Gemeindearbeit vor Ort als Folge dieser Studie.

Die Video-Aufzeichnung der Veranstaltung gibt es hier.

 


20.06.2022

Im Interview mit dem Deutschlandfunk berichtet Pfarrer Thorsten Schmölzing über die Aufarbeitung des Missbrauchs in Rhede:
Missbrauch im Bistum Münster - Warum hat niemand etwas gesagt? (deutschlandfunkkultur.de)



18.06.2022

Die Pressekonferenz des Bischofs ist kaum vorüber, schon zeigt Pro7 einen weiteren mysteriösen Fall (Kaplan P.). Dieser Priester wird aufgrund von Missbrauchstaten exkommuniziert. Schließlich wird die  Exkommunikation wieder aufgehoben. Auch das Bistum Münster ist involviert, wie der Film zeigt.


16.06.2022

Ein aktuelles Interview von heute mit Professor Großbölting zum Thema "Kirche und Missbrauch" finden sie hier.


14.06.2022

Gestern wurde die Studie des Historikers Professor Großbölting zum Missbrauch im Bistum Münster vorgestellt.

Martin Schmitz hat als Sprecher des Betroffenenbeirats der Studie folgendes gesagt:


Sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst einmal möchte ich mich hier in meinem kleinen Redebeitrag bedanken. Bedanken bei Bischof Felix Genn, der diese Studie durch seinen Auftrag ermöglicht hat. Durch den freien Zugang der Wissenschaftler zu den Archiven und sicherlich auch durch die finanziellen Mittel.
Ich möchte mich bedanken bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um Professor Großbölting, die mit viel Mühe und akribischer Arbeit untersucht, aufgedeckt und dokumentiert haben und somit eine dunkle Ecke des Bistums ausleuchten.
Ich möchte mich bedanken bei den Kolleginnen und Kollegen des Beirats für Ihre Unterstützung und nicht zuletzt bei den zahlreichen Betroffenen, die mit ihren Geschichten einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es sein kann über das Erlebte zu sprechen, daher gebührt ihnen ein besonderer Respekt und Dank.
Mit der Veröffentlichung der Studie liegen nun die Ergebnisse von zweieinhalb Jahren Arbeit vor, die einen tiefen Einblick in die Abgründe des Bistums geben. Strukturen werden deutlich, die es begünstigt – ja oft erst ermöglichst haben – dass Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch durch Kleriker wurden und immer noch werden. Strukturen, die um das Wohl der Täter und der Täterorganisation, nicht aber um das Wohl unschuldiger Kinder bemüht waren. Das ist jetzt nicht mehr zu leugnen. Die Fallstudien schauen auf Täter und Vertuscher. Namen werden genannt und Verantwortung wird klar zugewiesen. Das Reden über Verfehlungen hat ein Ende, jetzt sind es Verbrechen und diese werden auch so benannt.
Als Betroffener muss ich mich nicht mehr dafür rechtfertigen, dass ich anklage. Die Anklage erhebt jetzt eine wissenschaftliche Studie. Das nimmt Druck und trägt hoffentlich ein Wenig zur Heilung tiefer Verletzungen bei. Sicherlich findet nicht jeder Betroffene seinen Fall und seinen Täter hier wieder. Das kann und wollte die Studie aber auch nicht leisten. Dennoch hat das Relativieren und Kleinreden des Missbrauchs auch in nicht genannten Fällen ein Ende. Für Betroffene ist das ein großer Schritt.
Der Blick zurück auf Täter, Vertuscher und all die Mitwisser, die nichts gesagt haben, muss aber zwingend Grundlage für den Blick nach vorn sein. Die Studie leistet Aufklärung, die für eine Aufarbeitung unerlässlich ist. Ohne eine ernste Aufarbeitung bleibt aber jede Prävention an der Oberfläche. Ohne Aufarbeitung laufen Kinder immer weiter Gefahr Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester zu werden.
Theodor Adorno hat einmal gesagt: „Aufgearbeitet wäre die Vergangenheit erst dann, wenn die Ursachen des Vergangen beseitigt wären.“
Nehmen wir das zur Grundlage, so wird deutlich, wie weit der Weg noch ist, der vor uns liegt. Es drängt sich aber auch die Frage auf, ob Kirche das überhaupt leisten kann. Verhindern nicht gerade die Strukturen und der Machtanspruch der Kirche eine solche Aufarbeitung?
Mehr als 12 Jahre Missbrauchsskandal in Deutschland zeigen sehr deutlich, dass die Kirche mit der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in den eigenen Reihen überfordert ist.
Wäre nicht jetzt ein Zeitpunkt erreicht an dem die Kirche auf Machtanspruch und Deutungshoheit verzichten und sich für staatliches Eingreifen stark machen sollte? Wäre eine staatliche Wahrheitskommission nicht ein Weg aus dem Strukturdilemma heraus? Vielleicht würde die Kirche auch dann ein wenig an Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.
Herr Bischof denken Sie doch bitte einmal in diese Richtung weiter.
Danke für’s Zuhören.



Einen distanzierten Kommentar mit wohlwollendem Blick auf die Studie, aber kritischer Sicht auf die Aufarbeitungsbereitschaft von Kirche und Staat wagt Christane Florin vom Deutschlandfunk.


Ein ausführlicher Bericht zur Studie steht in der Münsterschen Zeitung.


13.06.2022

Die heute veröffentlichte Studie von Professor Großbölting  "Macht und sexueller Missbrauch in der katholichen Kirche" kann hier gelesen und kostenlos heruntergeladen werden.


06.06.2022


Am 13. Juni wird die Missbrauchsstudie der Universität (Professor Großbölting und Mitarbeiter) der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei der offiziellen Pressekonferenz der Universität sind ausschließlich Pressevertreter geladen. Nachmittags wird das Gutachten der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ab dem Nachmittag soll die Studie auch im Internet abrufbar sein.

Details zur Veröffentlichung findet man unter: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/missbrauch-im-bistum-muenster-was-die-uni-gutachter-vorhaben


24.02.2022


Am 18.02.22 gab es eine offizielle Pressekonferenz zum Tätigkeitsbericht der UKA. Betroffene waren zu dieser Pressekonferenz nicht eingeladen. Einen Bericht zur Pressekonferenz findet man auf www.katholisch.de, den Bericht selbst unter:


Aus der Sicht von Betroffenen hat Hermann Schell von MissBit e.V. den Tätigkeitsbericht kommentiert:


20.01.2022

Die Bekanntgabe des Gutachtens in München schlägt hohe Wellen. Es ist müßig, das vielfältige Medienecho hier aufzugreifen, weil es hinreichend viele Darstellungen und Analysen dazu im Internet gibt.

Stellvertretend für alle sei hier auf den Kommentar von Frau Florin vom Deutschlandfunk verwiesen, weil er in einer wenige Minuten dauernden Beitrag die zentralen Punkte dieser Pressekonferenz und des Gutachtens zusammenfasst:

https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-sexualisierte-gewalt-katholische-kirche-papst-benedikt-kardinal-marx-100.html

In einem Interview mit Frau Florin nehmen Frau Wich (Betroffene) und Herr Löbbert (Journalist der Wochenzeitschrift DIE ZEIT) Stellung zum Gutachten:

https://www.deutschlandfunk.de/muenchner-missbrauchsgutachten-und-jetzt-agnes-wich-und-raoul-loebbert-dlf-5af1fb09-100.html


18.01.2022

In dieser Woche wurden in Köln wurden Dr. Assenmacher und Erzbischof Heße am Kölner Landgericht zum Fall H. vernommen. Dies war für das Aktionsbündnis von Betroffenen Anlass genug, vor dem Landgericht Präsenz zu zeigen:


Außer den Vertretern verschiedener Betroffeneninitiativen demonstrierte auch eine weitere Person als  "Dunkelziffer", um auf die zahlreichen Missbrauchsopfer hinzuweisen, die nicht in den offiziellen Akten erfasst sind:


Unser Fazit der Veranstaltung:

Der Offizial Dr. Assenmacher bekennt, nicht für den Fall verantwortlich zu sein, weil er als Kirchenrechtler lediglich in beratender Funktion beteiligt gewesen sei.

Kardinal Heße bekennt, nicht für den Fall verantwortlich zu sein, weil er sich auf den Kirchenjuristen verlassen hat und lediglich dessen Vorschläge konsequent umgesetzt hat.

Es ist die übliche Übernahme von Verantwortung nach dem St. Florian-Prinzip, die wir Betroffenen seit Jahren kennen und die auf unserem Rücken ausgetragen wird:

Die Kirchenleitung insgesamt hat versagt, sonst hätte es diesen schweren Fall von Missbrauch nicht geben können. Persönlich haben sich die Verantwortlichen angeblich aber nichts zuschulden kommen lassen, woraus sie Konsequenzen für sich und ihre Funktion im Bistum ableiten müssten.


01.12.2021

  • "Fachleute ziehen bittere Bilanz". Unter diesem Stichwort blickt die Tagesschau auf die letzten 10 Jahre zurück. Heute genau vor 10 Jahren hatten Expertinnen und Experten Maßnahmen angekündigt, um Kinder besser vor Missbrauch zu schützen. https://www.tagesschau.de/thema/sexueller_missbrauch/

24.11.2021

Das Schreiben des Betroffenenbeirats an die Deutsche Bischofskonferenz mit Kritikpunkten an dem zweiten Verfahren, insbesondere an dem Vorgehen und den Entscheidungen der UKA, bleibt weitgehend unberücksichtigt. Das Verfahren soll zwar etwas beschleunigt werden, an der Höhe der "Anerkennungszahlungen" wird sich aber grundsätzlich nichts ändern. Betroffene haben aber einmalig das Recht, gegen den Bescheid Einspruch zu erheben. Nach wie vor bekommt man aber nur einen Bescheid über die Höhe des Betrages. Eine Begründung für diese Entscheidung gibt es aber nach wie vor nicht, ebensowenig ein Anhörungsrecht.

Besonders bemerkenswert: Betroffene können einmalig (!) gegen einen Bescheid Einspruch einlegen, ohne überhaupt Grundlagen für diesen Einspruch von der Entscheidungskommission zu erhalten.  

https://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauch-katholische-kirche-annerkungszahlungen-1.5471729



22.11.2021

Am Donnerstag gab es in Köln einen bemerkenswerten „Bußgottesdienst“. Die wegen ihrer Fehler im Amt zurzeit „beurlaubten“ Bistumsverantwortlichen entzogen sich dieser Veranstaltung. Persönlich eingeladen waren aber insbesondere Betroffene des Erzbistums. Das führte zumindest bei einem Teil der angeschriebenen Missbrauchsopfer zu deutlichen Irritationen. Stellvertretend für diese Gruppe steht der folgende Beitrag von Karl Haucke, Mitglied des Betroffenenrates beim UBSKM und ehemaliges Mitglied des Betroffenenbeirats im Erzbistum Köln:

https://soundcloud.com/user-531687093-381405717/karl-haucke-spricht-statement-zum-busgottesdienst-im-kolner-dom/s-AegsYrF5oiV



06.11.2021

Der Journalist Michael Hollenbach liefert in einem hörenswerten Beitrag auf Deutschlandradio einen Einblick in die aktuelle Diskussion um die "Anerkennung des Leids" aus der Sicht der Kirche und Betroffenen. (Achtung: Triggergefahr bereits beim Hören!) Quelle: srv.deutschlandradio


20.10.2021

Inzwischen steht der Termin für das erste "unabhängige" Treffen von Missbrauchsopfern im Bistum Münster fest. Es ist Samstag, der 05.02.2022.

Da der Sprecher der Selbsthilfegruppe Münster vorab vom Treffen ausgeschlossen wurde, wird die Einladung hier nicht weiter erläutert. Interessenten, die bisher kein Einladungsschreiben erhalten haben,  können sich direkt an das Bistum bzw. die verbliebene Ansprechpartnerin wenden.


19.09.2021

Die Sprecher der Selbsthilfegruppen aus Rhede und Münster stehen als Ansprechpartner für die Betroffeneninitiative nicht mehr zur Verfügung.

Details dazu gibt es hier.


17.07.2021

Die Deutsche Bischofskonferenz hat im Herbst 2020 eine deutliche und zeitnahe Erhöhung der Zahlungen zur Anerkennung des Leids versprochen. Mehr als ein dreiviertel Jahr ist seitdem vergangen. Den aktuellen, für Betroffene erschreckenden Stand des Verfahrens fasst der Eckige Tisch in einem Hilferuf an die Deutchen Bischöfe zusammen. 


02.07.2021

Inzwischen sind die Aufrufe zur Betroffenenbeteiligung an die meisten Betroffenen versandt. Einzelheiten zum Aufruf gibt es hier unter der Rubrik Aufruf. Zudem gibt es die eingerichtete Seite www.betroffenenbeteiligung.de, auf der nicht nur der Aufruf, sondern auch weitere Informationen nachlesbar sein werden.Nachdem die Selbsthilfegruppen Rhede und Münster im Januar dieses Jahres die Zusammenarbeit mit dem Bistum aufgekündigt hatten, haben Betroffene das Recht zu erfahren, warum ausgerechnet die  Vertreter dieser beiden Gruppen als Ansprechpartner dieses Aufrufs auftreten. Diese Erklärung wird in den nachsten Tagen folgen. Aktuell halten wir es aber für wichtiger, auf die Rückmeldungen von Betroffenen zu reagieren.


Weitere Themen


Unsere Treffen in Rhede und Münster dienen vorrangig der gegenseitigen Unterstützung im Umgang mit dem erlittenen Missbrauch. Sie sind insbesondere auch bei der aktuellen Berichterstattungen (wie jetzt in Münster) vielfach nötig, weil die mehr oder weniger freiwillige Konfrontation mit diesen Berichten auch wieder die Erinnerungen an die eigene Vergangenheit hochspülen. 
Die aktuellen Missbrauchsfälle in Münster bieten also reichlich Anlass für persönliche Gespräche, bieten insbesondere aber auch Raum, sich über die individuelle Bewältigung solcher ungewollten Einflüsse auszutauschen! 

Die Fälle in Lügde und Münster unterscheiden sich in der Dimension vielleicht von den bisher bekannten Fällen im Bistum. Vielleicht öffnet die Auseinandersetzung mit diesen Fällen aber auch eine neue Sicht auf die Ergebnisse der MHG-Studie für das Bistum Münster. Dort heißt es nämlich über die 450 Betroffenen, von denen 317 dem Bistum namentlich bekannt sind:

"Von den Opfern waren den Angaben zufolge knapp 80 Prozent männlich und 20 Prozent weiblich. Das Alter der männlichen Betroffenen habe zwischen 4 und 21 Jahren gelegen, das der weiblichen zwischen 0 und 18 Jahren." (https://www.katholisch.de/artikel/19045-missbrauch-das-sind-die-zahlen

-aus-den-bistuemern)  

Darüber hinaus gibt es aber nach der Corona-Pause weitere Themen, die unbearbeitet geblieben sind: 

  • Erinnert sei da an die Entscheidungen der Bischöfe in Mainz zu den Entschädigungen von Betroffenen. Diese Planungen weichen ja gravierend von den Empfehlungen der hochrangig besetzten Expertenkommission ab, die die Bischöfe selbst einberufen hatten! (" Ihr gehörten 28 Experten an, darunter die frühere Justizministerin von Nordrhein-Westfalen, Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU), der Bayreuther Rechtsprofessor Stephan Rixen – und erstmals auch acht Betroffene." (https://www.kirche-und-leben.de/artikel/kirche-will-missbrauchsopfern-erheblich-mehr-geld-zahlen) Im Herbst hatte Bischof Ackermann diese Vereinbarungen gemeinsam mit Herrn Katsch angekündigt, allerdings darauf hingewiesen, dass noch Einzelheiten geklärt werden müssten. Dass man diese Vereinbarung(?) über Entschädigungen einseitig aufkündigt und anschließend als "gewisse Form von Gerechtigkeit durch Gleichheit" (Bischof Overbeck)" anpreist, kann nicht unwidersprochen bleiben. Zumal das, was die Kirche eventuell bereit ist zu zahlen, keine "Entschädigung" mehr sein wird. Was den Betroffenen nun konkret gewährt wird /werden soll, ist wieder nicht abschließend geklärt, sondern wieder vertagt worden. Das Hinhalten geht also weiter. 
  • Im Frühjahr hatten die Bischöfe neben der Neuregelung der Entschädigungen angekündigt, in den Bistümern  Anti-Missbrauchs-Kommissionen unter Beteiligung von Betroffenen einzurichten. Selbst den Medien fällt inzwischen auf, dass die Umsetzung dieser Planungen äußerst schleppend vorangeht. Vom Bistum Münster gibt es erste Anfragen zu Gesprächen mit Betroffenen zur Vorbereitung. Umso dringender ist es, dass wir uns als Betroffene darüber verständigen, welche Ziele wir in einer solchen Kommission anstreben und in welcher Form wir uns überhaupt einbringen können. Dass eine solche Planung und Absprache im Vorfeld nötig ist, machen die Vorgaben der Bischofskonferenz zum Betroffenenbeirat deutlich.
  • Anfang März ist ein neuer Fall von Missbrauch im Bistum bekannt geworden. Die Mitteilungen des Bistums zu diesem Fall F.G. bieten Anlass zu Gesprächen. Dort heißt es: "Zu den Tatorten und der Anzahl der Betroffenen, die sich bisher gemeldet haben, kann das Bistum aus rechtlichen Gründen und Aspekten des Persönlichkeitsrechtes keine Angaben machen."  Das Bistum beabsichtigt offensichtlich, die juristisch nicht geklärten Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten / Täters  bzgl. der Namensnennung auf statistische Daten wie Tatorte und Anzahl der Betroffenen auszudehnen. 
  • Betrachtet man die Berichterstattung in den Medien und die Bemühungen der Landesregierung zu den Fällen in Lügde und Münster, scheint diese Bistumsposition kaum haltbar. Für Betroffene ist diese merkwürdige Ausdehnung nicht hinnehmbar. Unter solchen Bedingungen hätten die allseits bekannten Missbrauchsskandale im Bistum  (wie z.B. die Fälle Pottbäcker und Adamek) in diesem Umfang kaum aufdeckt werden können. Denn die Kirche hat die Täter bei Bekanntwerden von erneuten Taten immer wieder in andere Pfarreien bzw. Bistümer versetzt. Wir als Betroffene sollten diskutieren, wie wir uns zu diesem Versuch der Ausdehnung des Persönlichkeitsrechts (auch öffentlich) positionieren. Dabei sollten wir uns immer wieder vergegenwärtigen, dass offensichtlich alle Offenlegungen von Missbrauchsfällen mit größeren Dimensionen in den letzten Jahren von Betroffenen initiiert wurden, nicht vom Bistum. Das gilt auch für den aktuellen Fall (F.G.). Ohne eine öffentliche, bistumsweite Diskussion werden Missbrauchsfälle, die über einzelne Pfarreien hinausreichen, aber nicht angemessen aufgeklärt werden können. 
  • Die Gruppe in Münster befindet sich noch im Aufbau. Es ist zu überlegen, mit welchen Maßnahmen und Aktionen wir die Gruppe bekannt machen können, ohne die private und geschützte Atmosphäre der Treffen zu verlieren. Nur wenn sich die TeilnehmerInnen auf die Verschwiegenheit aller Teilnehmer verlassen und daher frei sprechen können, kann eine solche Gruppe für den einzelnen Betroffenen hilfreich sein. 
  • Das Vorgehen der Bischöfe in den vergangenen Monaten macht ein weiters Mal deutlich, wie dringend nötig es ist, uns nicht vereinzeln zu lassen. Wir müssen als Gruppe auftreten, dürfen uns nicht auf das Wohlwollen der Kirche verlassen, so sehr diese auch propagiert, im Sinne der Betroffenen zu handeln. (Bischof Genn: "Bei allem, was wir tun, müssen die Opfer im Mittelpunkt stehen: Was können wir für sie tun?"). Andernfalls wird vermutlich jede(r) Betroffene wie Bischof Genn im letzten Herbst in der Kirche in Wadersloh bekennen müssen: "Ich war zu blauäugig!"