Selbsthilfe Rhede

 

Grundüberzeugungen


  • Betroffene von Missbrauch in der Kirche stehen einer weltweit vernetzten, hierarchisch organi-sierten Institution gegenüber. Die hat seit einigen Jahren nicht ohne Grund den Ruf, in der Vergan-genheit vor allem den Schutz der eigenen Institution und der Täter im Blick gehabt zu haben, nicht die Betroffenen. Andernfalls wäre eine Selbsthilfegruppe wie die unsrige von vornherein überflüs-sig.
  • Nur wenn die ehemaligen Opfer von Missbrauch als gleichwertige Gesprächspartner gehört und einbezogen werden, kann aus der Sicht von Betroffenen eine angemessene Aufarbeitung und Prä-vention von sexuellem Missbrauch im Rahmen der Kirche funktionieren.
  • Eine wirkliche Interessenvertretung von Betroffenen kann nicht von der Kirche selbst wahrgenom-men werden. Denn: viele der (mehrheitlich geweihten) Täter verstehen sich als Teil dieser Kirchen-hierarchie und damit als abgehoben vom einfachen Gläubigen.
  • Die Kirchenleitung befindet sich in einem unüberbrückbaren Interessenkonflikt. Denn sie versteht sich gleichzeitig als Anwalt des Täters und des Opfers, obwohl diese Interessen sich grundsätzlich widersprechen (müssen). Sie erhebt gleichzeitig aber auch den Anspruch, Richter in diesem Ent-scheidungsprozess sein zu können. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass diese Interessenkonflikte sehr häufig zu Lasten der Missbrauchsopfer entschieden worden sind.